Ozzy, Ava & Nala – Meine drei Hunde, mein Beweis

Drei Hunde. Alle aus dem Tierschutz. Alle mit Gepäck. Ozzy war ein Vulkan an der Leine. Ava traute niemandem und nichts. Nala funktionierte perfekt – bis sie es nicht mehr tat. Heute leben sie entspannt zusammen. Nicht weil ich irgendein Geheimnis kenne. Sondern weil ich verstanden habe, was jeder von ihnen brauchte.

„Meine Hunde sind kein Beweis, dass ich alles richtig mache. Sie sind der Beweis, dass Veränderung möglich ist – wenn du bereit bist, bei dir selbst anzufangen.“

Warum ich das hier schreibe

Nicht um anzugeben. Nicht um zu zeigen, wie toll meine Hunde sind. Sondern weil ich weiss, wie es sich anfühlt, mit einem „schwierigen“ Hund zu leben.

Die Blicke auf der Strasse. Die gut gemeinten Ratschläge. Die schlaflosen Nächte, in denen du dich fragst: Was mache ich falsch?

Ich war da. Mit jedem meiner drei Hunde. Und jeder hat mir etwas anderes beigebracht.

Die drei, die mich zur Trainerin gemacht haben

Ozzy – vom Problemhund zum entspannten Begleiter

Ozzy

Tierschutz Griechenland

„Der Hund, bei dem andere Trainer aufgegeben haben.“

Ozzy kam zu mir und übernahm sofort die Führung. Nicht weil er dominant war – sondern weil der Posten offensichtlich frei war.

Er regelte alles selbst. Hunde, Menschen, Situationen. Ich war quasi die Praktikantin, die hinterherlief. An der Leine? Ein Vulkan. Sobald ein anderer Hund in Sicht kam, explodierte er. Bellen, Zerren, Hochdrehen.

Die Trainer sagten: Leckerli. Positiv bestärken. Motivieren. Kleines Problem: Ozzy nahm das Leckerli – und spuckte es wieder aus. Einfach so. Als wollte er sagen: „Damit kriegst du mich nicht.“

Also musste ich einen anderen Weg finden. Keinen mit Bestechung. Keinen mit Druck. Sondern einen mit Klarheit.

Heute ist Ozzy der ruhigste von allen. Nicht weil ich ihn „gebrochen“ habe. Sondern weil er endlich jemanden hat, dem er vertrauen kann. Jemand, der führt – damit er es nicht mehr muss.

Vorher

Übernahm jede Situation selbst. Vulkan an der Leine. Kein Vertrauen in meine Führung. Dauerstress für uns beide.

Heute

Entspannt. Gelassen. Schaut kurz zu mir, checkt ab, geht weiter. Weiss, dass ich das regle.

Ava – vom ängstlichen Schatten zur entspannten Begleiterin

Ava

Tierschutz Griechenland

„Fand alles verdächtig. Menschen, Hunde, Blätter im Wind.“

Ava kam als Schatten. Sie drückte sich an Hauswänden entlang wie ein Fluchtweg-Experte. Jeder Mensch war verdächtig. Jeder Hund eine potenzielle Bedrohung. Jedes Geräusch ein Grund zur Panik.

Sie hatte gelernt: Vertraue niemandem. Auf der Strasse in Griechenland war das überlebenswichtig. Bei mir zuhause war es ein Problem.

Die klassischen Tipps? „Lass sie in Ruhe, sie kommt schon.“ „Zwing sie zu nichts.“ „Gib ihr Zeit.“ Alles richtig – und trotzdem nicht genug.

Was Ava brauchte, war nicht nur Geduld. Sie brauchte jemanden, der ihr zeigt: „Ich bin hier. Ich regle das. Du musst dich nicht mehr allein durchschlagen.“

Nicht durch Worte. Durch Taten. Durch Klarheit. Durch konsequentes Da-Sein.

Heute läuft Ava überall mit. Neue Orte, neue Menschen – kein Drama mehr. Nicht weil sie ihre Vergangenheit vergessen hat. Sondern weil sie weiss, dass sie nicht mehr allein ist.

Vorher

Schatten an der Wand. Fluchtreflex bei allem Neuen. Vertraute niemandem. Überlebensmodus statt Leben.

Heute

Entspannt unterwegs. Neue Orte? Kein Problem. Schaut kurz, checkt mich ab, alles gut.

Nala liegt entspannt im Herbstlaub

Nala

Schweiz

„Funktionierte wie ein Uhrwerk – bis die Batterie plötzlich leer war.“

Nala war anders. Kein Tierschutz-Trauma, keine offensichtlichen Probleme. Sie sass, blieb, kam – funktionierte wie ein Uhrwerk.

Und dann kam die Katze.

Plötzlich war die Batterie leer. Die Kommandos? Vergessen. Die Impulskontrolle? Nicht vorhanden. Die perfekte Hündin wurde zum Jagdhund im Tunnel.

Das war meine Lektion: „Funktionieren“ ist nicht dasselbe wie „verstehen“.

Nala hatte gelernt, was sie tun soll. Aber sie hatte nie gelernt, sich an mir zu orientieren, wenn es wirklich drauf ankommt. Wenn der Reiz stärker ist als das Training.

Also fingen wir von vorne an. Nicht mit neuen Kommandos. Sondern mit echter Verbindung. Mit der Frage: Warum sollte sie auf mich hören, wenn eine Katze viel interessanter ist?

Die Antwort: Weil ich relevant bin. Weil ich führe. Weil sie weiss, woran sie bei mir ist.

Heute ist Nala selbstbewusst und klar. Kein Drama, keine Unsicherheit. Weil sie weiss, woran sie ist.

Vorher

Funktionierte perfekt – solange kein starker Reiz kam. Dann: Tunnelblick, nichts ging mehr.

Heute

Selbstbewusst. Orientiert sich an mir, auch wenn’s spannend wird. Echte Verbindung statt Gehorsam auf Knopfdruck.

Was ich von meinen Hunden gelernt habe

Die wichtigsten Lektionen

1. Jeder Hund ist anders. Was bei Ozzy funktioniert hat, war bei Ava nutzlos. Und Nala brauchte nochmal etwas komplett anderes. Es gibt keine Methode, die für alle passt.

2. Leckerli sind nicht die Antwort auf alles. Manchmal spuckt der Hund sie aus. Manchmal sind sie irrelevant. Echte Führung kommt nicht aus der Leckerli-Tasche.

3. Funktionieren ist nicht verstehen. Ein Hund, der Kommandos ausführt, hat noch lange keine Bindung zu dir. Echte Verbindung zeigt sich, wenn es drauf ankommt.

4. Die Veränderung beginnt bei dir. Nicht beim Hund. Ozzy wurde ruhiger, als ich anfing zu führen. Ava wurde mutiger, als ich anfing, ihr Sicherheit zu geben. Nala wurde zuverlässiger, als ich anfing, relevant zu sein.

Drei verschiedene Hunde. Drei verschiedene Baustellen.
Derselbe Weg raus: Klarheit, Führung, Verbindung.

Und was bedeutet das für dich?

Vielleicht erkennst du deinen Hund in einem meiner drei wieder. Den Vulkan, der alles selbst regeln will. Den Angsthund, der niemandem vertraut. Oder den „perfekten“ Hund, der plötzlich nicht mehr funktioniert.

Die gute Nachricht: Veränderung ist möglich. Nicht über Nacht. Nicht mit einem Trick. Aber mit der Bereitschaft, bei dir selbst anzufangen.

Denn das ist, was meine Hunde mich gelehrt haben: Es geht nicht darum, den Hund zu ändern. Es geht darum, die Beziehung zu ändern. Und das beginnt immer am anderen Ende der Leine.

Dein nächster Schritt

Erkennst du deinen Hund wieder?

Dann lass uns sprechen. Kein Verkaufsgespräch – nur ein ehrlicher Austausch darüber, wo ihr steht und was möglich ist.

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